Information zu unseren Konzept des „legalen" Landgrabbing
Eine intensivierte Kooperation zwischen der Regierung, der Zivilgesellschaft und den Investoren.
Regierung
Es obliegt der Verantwortung der Regierung, den Schutz der Zivilbevölkerung durch die Verabschiedung klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen und politischer Absicherungen zu gewährleisten.
Zivilbevölkerung
Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist die gezielte Förderung der Zivilbevölkerung durch Weiterbildungsprogramme im Bereich moderner Geoinformationstechnologien. Orientiert an erfolgreichen Praxisbeispielen wie den Initiativen der Mzuri Sana! AG Geomatik in Kenia und Geomatik in Neyeri(Kenia), liegt der Fokus hierbei auf der Stärkung der technologischen Kompetenz der jüngeren Generation. Durch diesen Wissenstransfer wird die Jugend befähigt, die digitale Überwachung der Nutzungsflächen eigenständig zu übernehmen und aktiv an der Zukunftsgestaltung ihrer Region mitzuwirken.
Globale Investoren
Die internationalen Investoren werden vertraglich dazu verpflichtet, die anfallenden Pachtgebühren fristgerecht zu bezahlen und die staatlich vorgegebenen Richtlinien strikt einzuhalten. Um eine Bodendegeneration und den Nährstoffentzug zu verhindern, sind Monokulturen untersagt. Stattdessen wird eine kontinuierliche Fruchtfolge (Fruchtwechselwirtschaft) vorgeschrieben, die eine regenerative und bodenschonende Bewirtschaftung der Flächen garantiert.
Wie stellen wir uns das Konzept vor ?
Das vorliegende Konzept basiert auf der zeitlich befristeten Verpachtung von Landesflächen an internationale Investoren, um eine nachhaltige regionale Wertschöpfung zu generieren. Die daraus resultierenden Pachterlöse fließen direkt der lokalen Zivilbevölkerung zu, wodurch eine unmittelbare finanzielle Partizipation der Gemeinschaft sichergestellt wird.
Um eine ökologische Fehlbewirtschaftung der Areale auszuschließen, wird ein transparentes Kontrollsystem etabliert, das auf moderner Fernerkundungstechnologie basiert. Mithilfe hochauflösender Satellitenbilder und digitaler Datenanalysen wird der Zustand der Nutzungsflächen kontinuierlich überwacht. Dies ermöglicht es, die Entstehung von Monokulturen, Bodendegradationen oder andere ökologische Schäden frühzeitig zu identifizieren und die vertraglich vereinbarten Nachhaltigkeitskriterien konsequent durchzusetzen.
Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist das sogenannte Capacity Building: Durch gezielte Weiterbildungsprogramme im Bereich der Geoinformatik und Satellitendatenanalyse wird die lokale Bevölkerung technologisch geschult. Diese Bildungsmaßnahmen befähigen die Bürgerinnen und Bürger, die digitalen Kontrollinstrumente eigenständig zu bedienen. Auf diese Weise entsteht eine synergetische Zusammenarbeit zwischen Investoren, Behörden und der Zivilgesellschaft, die technologischen Fortschritt, ökologische Verantwortung und ökonomischen Nutzen transparent miteinander verbindet.
Mzuri sana! AG Geomatik in Kenia
Das Projekt „MC2FM“ ist eine Zusammenarbeit zwischen Forschenden der Ruhr-Universität Bochum und der Dedan Kimathi Universität in Kenia. Gemeinsam entwickeln sie moderne Technologien, um die Natur zu schützen und die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen.
Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI), Satellitendaten und Drohnen wird ein digitales Frühwarnsystem aufgebaut. Dieses System überwacht das Wetter, die Bodenfeuchtigkeit und das Pflanzenwachstum. Dadurch wissen die Landwirte genau, wann die beste Zeit zum Anpflanzen ist, und verbrauchen weniger wertvolles Wasser.
Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Arbeit mit den Menschen vor Ort: Das Team besucht Schulen in der Region und bringt hunderten Kindern spielerisch bei, wie man Satellitenbilder auswertet und Minicomputer bedient. So lernt schon die nächste Generation, wie sie ihre Umwelt mithilfe von Technik selbst schützen kann.
Feldaufenthalt und Schulbildung zur Geomatik in Nyeri (Kenia) im Januar 2023
Das Vorgänger-Projekt „CITGI4Muringato“ legte den Grundstein für die digitale Umweltüberwachung in Kenia. Ein Team der Ruhr-Universität Bochum reiste zusammen mit der kenianischen Weltraumbehörde (Kenyan Space Agency) in die Region, um die dortigen Wasserflächen und Böden genau zu vermessen. Dabei testeten sie unter anderem, wie gut günstige Sensoren im Vergleich zu teuren Laborgeräten funktionieren, um die Wasserqualität zu prüfen.
Auch hier stand das Mitmachen im Mittelpunkt: In einem großen Workshop wurden über 20 Lehrkräfte und 35 Schulkinder im Umgang mit digitalen Karten und Satellitenbildern geschult. Sogar moderne Erweiterte Realität (Augmented Reality) kam zum Einsatz. Das Ziel war es, eine genaue Übersicht über die Wasserreserven der Region zu erstellen, an der die Menschen vor Ort direkt mitarbeiten können.
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