Weshalb sind die Böden so attraktiv in Kenia?
Die hohe Fruchtbarkeit der Böden Kenias konzentriert sich vor allem auf das zentrale und westliche Hochland. Der Hauptgrund hierfür ist der vulkanischer Ursprung der Region: Durch die Entstehung des Ostafrikanischen Grabenbruchs und Vulkane wie dem Mount Kenya wurden fruchtbare Vulkanasche und Basaltgestein abgelagert. Die daraus entstandenen roten Böden (Nitisols) sind von Natur aus extrem reich an lebenswichtigen Mineralien wie Kalium, Calcium und Magnesium.
Zudem besitzen diese Böden eine optimale Struktur, da sie Wasser hervorragend speichern, Überschusswasser aber gleichzeitig gut abfließen lassen, was Staunässe verhindert. Kombiniert mit dem milden Hochlandklima und regelmäßigen Regenzeiten bieten sie die perfekten Bedingungen für den intensiven Anbau von Exportgütern wie Tee, Kaffee und Gemüse.
Landwirtschaft vereinfacht durch Fernerkundung
Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus liefert mit seinen Sentinel-Satelliten und ergänzenden Forschungsmissionen wichtige Daten für die moderne Landwirtschaft und den Umweltschutz. Die verschiedenen Systeme arbeiten dabei Hand in Hand, um den Zustand unserer Böden und Pflanzen lückenlos zu überwachen. Der Satellit Sentinel-1 nutzt ein spezielles Radar, das problemlos durch Wolken und auch nachts hindurchblicken kann. Dadurch liefert er bei jedem Wetter verlässliche Daten über die Erdoberfläche, was besonders hilft, um Überschwemmungen schnell zu erkennen oder gefährliche Bodenbewegungen zu überwachen.
Unterstützt wird dies durch Sentinel-2, einen optischen Satelliten, der die Erdoberfläche in sehr hoher Auflösung und auch im Infrarotbereich fotografiert. Mit diesen Bildern lässt sich genau beobachten, wie gut Nutzpflanzen und Wälder wachsen, wodurch Landwirte Krankheiten auf den Feldern frühzeitig erkennen und Ernten besser vorhersagen können. Sogar an Küsten und Seen wird Sentinel-2 eingesetzt, um beispielsweise das Algenwachstum zu überwachen. Für einen noch tieferen Blick in die Pflanzenwelt sorgt die Forschungsmission FLEX. Dieser Satellit misst das extrem schwache Licht, das Pflanzen bei der Photosynthese abgeben. So können Wissenschaftler schon frühzeitig erkennen, ob Vegetation unter Stress steht , zum Beispiel durch Wassermangel , noch bevor man den Schaden mit dem bloßen Auge überhaupt sehen kann.
Weil die Sentinel-Satelliten als Paare um die Erde kreisen, überfliegen sie dieselben Gebiete in sehr kurzen Abständen. Landwirte und Forscher erhalten dadurch fast in Echtzeit aktuelle Daten über ihre Region. Da die Europäische Union das Programm dauerhaft betreibt und bereits an moderneren Nachfolge-Satelliten für die kommenden Jahrzehnte arbeitet, ist eine verlässliche und nachhaltige Überwachung unserer Böden und Pflanzen auch für die Zukunft sichergestellt.
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